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16. Januar 2026
🫖 FreitagsTee
Hier darf alles Platz nehmen: Das Schöne, das Schwierige und alles dazwischen.
Manchmal brauchen die Dinge einfach nur… Zeit.
So wie bei meinem Hibiskus auf diesem zugegebenermaßen nicht sehr instagramablen Foto.
Seit Jahren wuchs er immer höher und buschiger und bekam immer mal einen größeren Topf. Hin und wieder hatte er wunderschöne Blüten.
Doch seit dem späten Herbst verlor er massiv Blätter. Ich habe alles unter die Lupe genommen (wortwörtlich), aber da waren keine Schädlinge. Trotzdem habe ich ihn mit Neemöl und Kräutersud behandelt. Doch nichts wurde besser.
Sein Platz hatte sich nicht verändert, mit Wasser und Dünger war auch alles in Ordnung. Ich habe einfach keine Ursache gefunden, warum ein Blatt nach dem nächsten zu Boden ging.
Mittlerweile kommentierte die ganze Familie besorgt seinen Zustand. Pflanzen sind ja auch eine Form von Mitbewohnern.
Im Dezember dachte ich dann: Na gut, das wird nichts mehr. Nachdem wir so viele Jahre Freude an ihm hatten, darf er in Ruhe von uns gehen.
Ich hab’s nicht übers Herz gebracht, ihn bei klirrenden Temperaturen auf den Kompost zu bringen. So lange noch ein Blättchen dran ist, bleibt er.
Aber wie geht der Spruch: Totgesagte leben länger!
Auf einmal erschienen überall kleine neue Blättchen. Vielleicht nur Stresstriebe? Nein, sie wachsen weiter. Oh!
Mittlerweile kommen sie an immer mehr Stellen, er scheint neuen Lebensmut gefasst zu haben und wieder zu alter Schönheit zurückkehren zu wollen.
Ich sehe darin auch ein kleines Zeichen. Oft ist es gut, nicht vorschnell zu handeln, den Dingen ihre Zeit zu lassen und abzuwarten, was tatsächlich passiert (ihm Gegensatz zu dem, was man vermutet).
Manchmal ist eine Geschichte noch lange nicht zu Ende, sie braucht nur ein bißchen Geduld. Wenn alle Seiten ihre Hausaufgaben machen, kommt irgendwoher aus dem großen Geflecht des Lebens ein Impuls, mit dem es weitergeht.
Manchmal werden wir nie so ganz verstehen, wie es eigentlich zur Krise kam und auch nicht, wie wir anschließend wieder herausgekommen sind.
Wir haben einfach ergebnisoffen weitergemacht. Das ist ziemlich oft eine gute Herangehensweise.
9. Januar 2026
🫖 FreitagsTee
Hier darf alles Platz nehmen: Das Schöne, das Schwierige und alles dazwischen.
Erst einmal danke für die vielen Rückmeldungen zum letzten Newsletter, anscheinend hatten wir 2025 ziemlich ähnliche Themen 😅
An dieser Stelle noch einmal ein gesundes neues Jahr und einen guten Start in 2026 an alle! 🍀🍄
Nachdem sich zum Jahresende viele dazu geäußert haben, was 2025 für sie bedeutsam war, sind jetzt folgerichtig die Neujahrsvorsätze dran.
Hm, was habe ich aus 2025 mitgenommen?
Spontan fällt mir da der Satz einer Klientin ein:
Nicht mein Affe, nicht mein Zirkus.
Den fand ich stark und habe ihn umgehend ins vorderste Regal im Hinterkopf gesetzt.
Wenn gesunde Grenzen ein Thema sind (und bei wem sind sie das nicht), ist dieser Satz nicht nur witzig, sondern auch sehr heilsam.
Das mit den Vorsätzen ist vielleicht auch eine Frage des Alters. Ich bin jetzt Mitte 40, da weiß man im Großen und Ganzen, wer man ist und was zu einem gehört. Was Überraschungen nicht ausschließt - zum Glück!
Für mich ist Qi Gong seit vielen Jahren der Weg, ich muss also nicht jedes Jahr etwas Neues suchen.
Als Selbständige mit Familie habe ich ein sehr überschaubares Zeitbudget, daher werden es meist nur um die 10 Minuten, aber die fast jeden Tag.
Das summiert sich auf etwa 60 Stunden im Jahr - nicht schlecht, oder?
Es sind die Kleinigkeiten im Leben, die den Unterschied machen.
Ich übe nichts Kompliziertes, denn seien wir ehrlich, bei anspruchsvollen Hirsch-Formen ist die Gefahr sich zu verknoten nicht nur theoretisch gegeben... *g*
Das Gute ist: Im Qi Gong wird Ehrgeiz als eine Form von Blockade betrachtet. Verbissenes Üben ist der sicherste Weg, den freien Fluss der Energie abzuwürgen.
Die alten Meister:innen sagten: Mach deine Übung nur zu 80% gut. Die aufgewendete Mühe für die restlichen 20% würde dazu führen, dass man zu angespannt übt und damit den positiven Effekt zunichte macht.
Man muss dazusagen, dass Qi Gong dem Energie-Aufbau dient. Auspowern ist also grundsätzlich nicht vorgesehen. Man geht nicht müde, sondern mit einem spürbaren Plus an Energie aus den Übungen.
Ich kann beim Thema Vorsätze natürlich nur über die Dinge reden, die bei mir funktionieren, aber ich denke ein paar praktikable Ideen sind dabei:
Gestalte es so einfach, dass du es (fast) täglich machen kannst.
Mach es lieber etwas kleiner, aber dafür regelmäßig.
Denke an die kluge 80% Regel der alten Meister:innen - sie lässt sich auf viele Dinge im Leben übertragen.
Das Wichtigste: Schaue nicht auf das, was andere machen, sondern vergegenwärtige dir dein tatsächliches Ziel.
Um in meinem Beispiel zu bleiben: Es gibt unzählige Meister:innen, die komplizierte Qi Gong Formen mit der Eleganz fließender Seide ausführen - um es asiatisch-blumig auszudrücken. 🪷
Manche verwenden dabei sogar Fächer oder Schwerter. Das ist wunderschön, aber nicht mein Ziel.
Viele vergleichen sich mit Meister:innen auf ihrem Gebiet, obwohl sie das gar nicht werden wollen. Das erzeugt unnötigen Stress. Werde dir bewusst, was dein wahres Ziel ist.
Ich suche z.B. nur einen Ausgleich für den Alltag. Qi Gong ist ein Teil meiner Hausapotheke. Man kann damit neben allgemeiner Entspannung über die Meridiane auch an körperlichen Wehwehchen und emotionalen Themen arbeiten. Fast wie wie Akupunktur, nur in Form von Bewegungen.
Das sind meine beiden Ziele - und die erreiche ich auch mit einfachen Formen und wenig Zeit.
Ich bewundere natürlich die formvollendeten Könner:innen.
Ihr Ziel ist die hohe Kunst. Mein Ziel ist ein harmonischer Alltag.
Es ist wichtig, sich das klar zu machen.
Nehmen wir an dein Ziel ist es, fitter zu werden. Dafür musst du nicht wie eine Meisterin oder ein Meister im Fitnessbereich aussehen, die den ganzen Tag darauf verwenden.
Verwirkliche dein Ziel in deinem Lebensrahmen.
Sei realistisch und hab Spaß bei dem, was du machst. Wenn es keinen Spaß macht, such dir etwas anderes. Wenn man (vermeintlich) vorzeitig aufgibt bedeutet das sehr oft, dass die angestrebte Sache nicht wirklich zu einem gepasst hat.
Ich habe z.B. diverse Versuche mit Yoga unternommen, bin ich aber nie lange dabei geblieben.
Dann fand ich Qi Gong und musste mich plötzlich nicht mehr überreden. Das war eine erhellende Erfahrung, ich hatte zuvor die Vermutung, dass ich „nichts richtig durchziehe“ und „immer zu früh aufgebe“.
Aber plötzlich war da eine Wirkung, die ich ganz natürlich haben wollte. Ich musste mir nicht vom Kopf her einreden, dass es „gut für mich ist“.
So fühlt es sich also an, wenn etwas stimmig ist...
Das ist auch noch ein Gedanke: Es ist nicht wichtig, wie es aussieht oder auf andere wirkt. Entscheidend ist, was du tatsächlich fühlst.
Kurz gesagt: Wenn man sich motivieren muss, ist es oft noch nicht das Richtige. Wenigstens in unserer Freizeit sollten wir uns die Freiheit nehmen, wir selbst zu sein und authentisch zu handeln.
Das ist kein „zu frühes Aufgeben“, sondern Klugheit. Der Körper hat seine eigene tiefe Weisheit, die unbestechlich ist. Macht man verbissen das Falsche, bleibt umso länger verborgen, was stattdessen richtig gut gewesen wäre.
5. Januar 2026
Ich bin wieder zurück nach der Weihnachtspause und hoffe ihr seid gut ins neue Jahr gerurscht. Alles Gute, viel Glück und Lebensfreude für 2026! 🍀
Wie Newsletter-Abonennten bereits wissen, hat sich beim Tarotkurs ein bißchen was getan. Ich habe ihn überarbeitet und optisch ins Jahr 2026 geholt. 😉
Hier zwei Beispiele - links die alte Version, rechts die neue:
Alle Infos für Neueinsteiger dazu findet ihr auf der Seite vom Tarotkurs.
Für Teilnehmer:innen mittendrin: Ihr könnt im alten Kurs weitermachen oder auf den neuen wechseln - ohne Aufpreis.
Für Ehemalige: Wer die neue Version haben möchte, kann sie für einen Unkostenbeitrag von 10 Euro pro Lektion oder 39 Euro für alle fünf Lektionen (wenn man den Kurs vollständig belegt hatte) erwerben.
Der Kurs ist inhaltlich gleich geblieben, aber es war an der Zeit, ihn optisch ins Hier und Jetzt zu holen, plus: Ich hatte die Preise seit vielen Jahren nicht verändert, aber das geht natürlich nicht ewig.
Bei Fragen gerne fragen, nutzt einfach das Kontaktformular oder schreibt mir direkt an claire@hexe-claire.de .
Achtung: Nach der Pause kann es etwas länger dauern als gewohnt, bis ich antworte, weil noch ein paar Leute vor einem in der Schlange stehen. Natürlich antworte ich so schnell wie möglich - aber hier arbeitet keine Maschine, sondern ein Mensch. 😉
19. Dezember 2025
🫖 FreitagsTee
Hier darf alles Platz nehmen: Das Schöne, das Schwierige und alles dazwischen.
Der letzte FreitagsTee in diesem Jahr, ab heute gehe ich in die Weihnachtspause und bin ab dem 5. Januar wieder zurück.
Ein guter Zeitpunkt also, das Jahr zu reflektieren. Wie so viele hatte auch ich den Eindruck: 2025 ist einfach durchgerannt. Und hat dabei einiges umgeschubst.
Im Beruf
In diesem Jahr war loslassen angesagt. Drei Fernkurse sind ausgelaufen, mein Kalender erscheint 2026 zum letzten Mal - feiern wir ihn nochmal richtig. 💫
Das ist natürlich bittersüß, er hat bei amazon aktuell eine Bewertung von 4,9 Sternen, an der Qualität hat es nicht gelegen.
Leider sind Taschenkalender kleine Dinosaurier geworden. Sie sterben langsam aus, weil sich das Nutzungsverhalten geändert hat.
Es wurde zwar vage in Aussicht gestellt, dass man diesen Faden nochmal aufnehmen könnte, wenn die Verkaufszahlen das hergeben, aber ich bin Realistin: Gegen den Zeitgeist kommt niemand an.
Es gab in diesem Jahr viele schöne Beratungen und Fragen in den Kursen.
Überhaupt war es ein Jahr mit lebhaftem Austausch, einigen Anregungen und auch neuen Ideen, die sich so langsam auf den Weg zur Verwirklichung machen.
Schauen wir mal, was 2026 so alles bringt.
So ganz privat
Ich habe nicht ohne Grund ein Comic-Bild über den Artikel gestellt, statt der üblichen Teetasse.
Dieses Jahr ist mir etwas gänzlich Unerwartetes passiert:
Ich habe die Welt der Graphic Novels und Manga entdeckt.
(Wobei, vielleicht ist es doch nicht so unerwartet, schließlich verbringe ich auch einen Gutteil meiner Arbeitszeit damit, Bilder zu "lesen"... 🤔)
Das hat sich, wenig überraschend, über den Nachwuchs angeschlichen.
Schon länger schwirrten diverse Pokémon durch meinen Orbit, da war auch mal ein „Felis Geheimnis“ dabei oder die "Kleine Katze Chi" (ein Spaß für die ganze Familie, Katzenbesitzer erkennen so einiges wieder...).
Dann ging „Die Frau als Mensch“, eine Graphic Novel über die Frühgeschichte von Ulli Lust durch die Medien (z.B. hier) , die in diesem Jahr den Deutschen Sachbuchpreis gewonnen hat.
Ich war aufgrund des Themas so neugierig, dass ich mir das Buch sofort besorgt habe. Es ist wundervoll. Und eine neue Welt ging auf.
Comics… Ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, dass mich sowas interessieren könnte. Das ist doch nur was für Kinder oder Nerds.
So kann man sich irren.
Ich entdeckte, dass sie a) ungewöhnlich vielseitige Themen behandeln und b) eine wirklich interessante Form sind, Geschichten zu erzählen.
Also habe ich mich vorgetastet, unsere Stadtbibliothek ist gut aufgestellt in dem Bereich. Erstmal reinschnuppern…
Mir fiel Craig Thompsons „Ginsengwurzeln“ in die Hände, eine autobiografische Reise durch seine eigene und die Geschichte der Ginsengwurzel, die beide ziemlich eng zusammenhängen.
Die Art zu erzählen und sein Zeichenstil haben mich fasziniert.
Ich zeichne hobbymäßig, aber wenn man sieht, wie es jemand so richtig richtig macht, ist das ein Fest für die Augen.
Dann entdeckte ich mit „BL Metamorphosen“ eine Geschichte in fünf Bänden über eine 75-jährige Frau und eine Oberschülerin, die scheinbar nichts verbindet, bis ausgerechnet Boys Love Manga die beiden zusammenbringen.
Eine ungewöhnliche, einfühlsame und humorvolle Freundschaftsgeschichte - herzerwärmend! ☺️
Das sind Geschichten, die in „normalen“ Büchern nicht funktionieren würden, aber gezeichnet sind sie zauberhaft und gehen direkt ins Herz.
Ich mag es generell, wie feinfühlig viele japanische Geschichten das Komplizierte im Leben und die vielschichtigen Innenansichten der Charaktere einfangen.
Das Leben ging weiter und irgendwann meinte mein Mann: Guck mal, das ist doch was für dich, die macht was mit Kräutern.
Da waren sie: „Die Tagebücher der Apothekerin“. Ich habe sie in der Reihenfolge Anime > Manga > Light Novel kennengelernt, wie die meisten vermutlich.
Es ist natürlich eine ordentliche Portion Lovestory dabei, aber vor allem etwas anderes, dem ich nicht widerstehen kann: komplizierte Geschichten (Berufskrankheit 😅).
Das letzte Mal, dass ich so viel Spaß an einer verschachtelten Geschichte hatte, war, als ich „Stolz und Vorurteil“ gelesen habe.
Aber das ist nichts verglichen mit dieser Geschichte hier. Zum ersten Mal in meinem Leben brauche ich ein Notizbuch neben den eigentlichen Büchern, in das ich meine Vermutungen, wichtige Hinweise und offenen Fragen notiere.
Ich werde hier nicht spoilern, aber wer sich für Geschichten rund um Geheimnisse, Intrigen, Kriminalfälle, eigenwillige Charaktere, Abenteuer und „nichts ist, wie es zu sein scheint“ interessiert, liegt hier genau richtig.
Irgendwie ist aus dem Jahresrückblick eher eine Buchempfehlung geworden - was soll´s, der Mensch lebt nunmal nicht vom Brot allein. 😉
Mein Fazit für dieses Jahr: Vorgefasste Erwartungen fallen lassen und neugierig auf das Leben sein. Diese Einstellung nehme ich als guten Vorsatz auch gleich mit ins kommende Jahr.
Also dann:
Ich wünsche euch friedliche Feiertage und einen guten Rutsch in ein glückliches Jahr 2026! 🍄 🍀 ✨
12. Dezember 2025
🫖 FreitagsTee
Hier darf alles Platz nehmen: Das Schöne, das Schwierige und alles dazwischen.
Die Rauhnächte – Zwischen Trend und altem Wissen
Die Rauhnächte sind seit einigen Jahren ein fester Bestandteil der spirituellen Szene.
Keine Jahreswende vergeht, ohne dass Seminare, Workshops und Online-Kurse dazu angeboten werden, dass die Zoom-Leitungen nur so glühen.
Fast wirkt es so, als seien die Rauhnächte zum Winterschlussverkauf der spirituellen Szene geworden.
Nicht falsch verstehen, es gibt auch Leute, die sehr schöne und stimmige Dinge anbieten, wie z.B. Edith oder Astrid - und noch viele mehr.
Wenn wir einen Blick zurück werfen, stellen wir fest: Mit den Vorstellungen unserer Vorfahren hat das meiste, was in der Kategorie spirituelle Self-Care angeboten wird, wenig zu tun.
(Ein kleiner Zwischenruf an dieser Stelle: Ich bin eh mehr für Gegenseitig-Care, das ist artgerechter für uns als Menschen. So wertvoll es ist, sich um sich selbst zu kümmern - die heutige Self-Care Welle ist im Kern ein Mix aus Konsumbefeuerung und Einsamkeit.)
Damals waren die Rauhnächte eine Zeit „zwischen den Welten“ – nicht im Sinne von spiritueller Selbstoptimierung, sondern als Phase, in der man besonders achtsam sein musste.
Die alten Überlieferungen erzählen von Frau Holle, die die Obstbäume schüttelt, damit sie im neuen Jahr fruchtbar werden. Oder von der wilden Jagd, die Menschen mit sich reißen konnte, wenn sie unvorsichtig waren.
Es war eine Zeit voller Unwägbarkeiten, in der Schutzrituale und Räucherungen eine wichtige Rolle gespielt haben. Daran erinnern die bis heute beliebten Räucherkerzen. Es ist kein Zufall, dass sie genau jetzt hervorgeholt werden.
Heute richtet sich der Blick in den Rauhnächten meist nach innen: Meditation, Reflexion, persönliche Entwicklung. Das hat schon alles seinen Platz im Leben.
Doch früher schaute man auch nach außen, schützte Haus und Hof und hielt die Verbindung zu den Kräften der Natur und den Ahnen lebendig.
In dem Zusammenhang habe ich eine interessante Beobachtung gemacht: Oft wissen Menschen, die sich nicht als spirituell betrachten, mehr über das alte Brauchtum als jene, die sich intensiv mit Spiritualität beschäftigen.
Verblüffend, aber wahr.
Ein Bekannter erzählt ganz selbstverständlich: „In den Rauhnächten darfst du keine Wäsche draußen aufhängen, sonst verfangen sich die Seelen der Toten darin.“
Er hat mit spirituellen Dingen nix am Hut und doch trägt er dieses Wissen in sich. Seine Mutter kommt vom Erzgebirge her, da gibt es auch noch Traditionen, wie ein Weihnachtsessen am 25.12., bei dem niemand vom Tisch aufstehen darf. Sie hat mit spirituellen Dingen ebenfalls nichts am Hut - zumindest sieht sie es so.
Ich schmunzele an solchen Stellen in mich hinein. Sie "weiß" aus Tradition und muss nicht ständig irgendwas wissen.
Genau in diesen Dingen liegt für mich ein Schlüssel: Wir sollten wieder mehr miteinander reden und nicht nur an uns selbst feilen.
Das alte Wissen lebt nicht nur in Seminaren oder Büchern, sondern oft genug in den Erzählungen von Menschen, die gar nicht wissen, welche Schätze sie bewahren.
Natürlich ist es wichtig, sich um die eigene Entwicklung zu kümmern, da sind wir uns alle einig. Aber vielleicht können wir gerade die Rauhnächte wieder stärker als eine Zeit des Austauschs verstehen – als Gelegenheit zuzuhören, Geschichten zu teilen und das echte, alte Wissen zu bewahren.
Unsere Wurzeln sind einfach zu kostbar, um sie zu Wellness-Plattitüden verkommen zu lassen.
5. Dezember 2025
Heute gibt es einen Doppel-Post, nicht nur den 🫖Freitagstee (s.u.), sondern auch die Vollmondkarten.
Wer sich nicht lange bei YouTube durchklicken will, kann sie hier ebenfalls anschauen:




